Überfall im Job-Center Wattenscheid

 

Nach dem jüngsten Zwischenfall im JobCenter Wattenscheid fordert die komba gewerkschaft einen verstärkten Schutz der Beschäftigten von Job- Centern und der Stadtverwaltung.  Während im Unglücksfall die Betreuung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut funktioniert, vermisst die KOMBA eine grundsätzliche Strategie für einen verbesserten Mitarbeiterschutz. So sind beispielsweise viele Verwaltungsgebäude auch außerhalb der Sprechzeiten für jedermann zugänglich. Ob die sehr weit reichende Offenheit der Verwaltungsgebäude auch künftig beizubehalten ist, sollte zumindest einer Kritischen Prüfung unterzogen werden. 

 

Die KOMBA fordert bereits seit Jahren einen verbesserten Mitarbeiterschutz. Es gibt zwar auf der einen Seite Fortschritte, auf der anderen Seite zeigen uns aber immer neue Übergriffe, dass das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz noch längst nicht erledigt ist. Deeskalationsseminare sind gut, reichen aber bei weitem nicht aus. Die Ereignisse hier bei uns und vor gut einem Jahr in Neuss zeigen, dass die Deeskalationsstrategie bei Einigen leider ins Leere läuft.

 

Zum Thema „Gewalt am Arbeitsplatz“ hat die komba gewerkschaft eine Studie in Auftrag gegeben. Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung hat darin Ursachen für Gewalt in der öffentlichen Verwaltung analysiert. Die Ergebnisse der Studie werden nach und nach vorgestellt und machen Schwachstellen, wie den unkontrollierten Zugang zu Verwaltungsgebäuden deutlich. Auch auf Besucher mit Persönlichkeitsstörungen und psychischen Erkrankungen sind die Verwaltungsstandorte oft wenig vorbereitet

 

Wir werden die jüngsten Ereignisse zum Anlass nehmen, auf die Verwaltungsspitze und die Führungskräfte des Jobcenters zuzugehen und mit ihnen die Studienergebnisse zu erörtern.

 

 

 

Angriff auf Mitarbeiterin des Jobcenter Neuss kein Einzelfall, sondern fast schon Alltag?

 

Im Sommer letzten Jahres waren die Medien voll von Berichten über Gewaltattacken gegenüber Beschäftigten in Deutschlands Jobcentern. Dann wurde es still. Bis zu dem tödlichen Angriff auf eine 32jährige Mitarbeiterin im Jobcenter Neuss am 26.09.2012.

„Angriffe auf Kolleginnen und Kollegen in den Jobcentern sind keine Einzelfälle, sondern fast schon Alltag. Doch wo bleibt die Fürsorgepflicht der öffentlichen Arbeitgeber?“ so Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Fachgewerkschaft für den öffentlichenDienst, unter anderem anhand von Studienergebnissen geeignete Präventionsmaßnahmen angesprochen und deren zügige Umsetzung bei den öffentlichen Arbeitgebern gefordert. Die Messerattacke auf die Jobcenter-Mitarbeiterin in Neuss ist für die komba gewerkschaft kein Einzelfall. Die Bundesagentur für Arbeit spricht Medien zufolge ebenfalls von zahlreichen Übergriffen, kann aber keine genaue Statistik vorlegen. „Zahlreiche komba-Personalräte berichten, dass die Konflikte in den Jobcentern nach wie vor enorm sind. Grund dafür ist das Zusammentreffen mehrerer Faktoren: DieKunden kommen mit großen Sorgen und Nöten und treffen dort auf Mitarbeiter, die unter schwierigen Arbeitsbedingungen und mit einem Minimum an Personal versuchen, ihnen bestmöglich zu helfen. Eine unheilvolle Mischung, die schnell eskalieren kann,“ so Silberbach. Dazu kämen das hohe Fallaufkommen, die komplizierte Rechtslage und die neuen Organisationsstrukturen, die die Situation verschärfen.

 

Alles tun für den Schutz der Beschäftigten

Vor dem Hintergrund des jüngsten Ereignisses fordert die komba gewerkschaft erneut, dass die öffentlichen Arbeitgeber endlich ihre Pflicht erfüllt und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausreichend schützten. Silberbach: “Deeskalations- und Verhaltenstraining sind dabei Möglichkeiten, die relativ zügig und ohne großen Aufwand umgesetzt werden können - mehr Personal hingegen eine dringende Notwendigkeit. Die Installation von baulichen Maßnahmen, wie Zugangs- und Sicherheitsschleusen sowie Kontrollen durch Sicherheitspersonal und Videoüberwachung sind dabei sicherlich schwieriger, aber genauso dringend. Der öffentliche Arbeitgeber ist verantwortlich für seine Beschäftigten und damit verpflichtet, alles Notwendige zu tun, damit sie geschützt werden.“

Köln, den 27.09.2012 V.

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